Ein Atom besteht aus einem Kern und einer Elektronenhülle: Im winzigen Kern sitzen Protonen und Neutronen, um ihn herum bewegen sich die Elektronen. Mit nur zwei Zahlen aus dem Periodensystem kannst du jedes Atom „zusammenbauen“: alle Teilchen zählen und die Elektronen auf die Schalen verteilen. Auf dieser Seite findest du ein anschauliches Atommodell, die Formeln für Z und A, Isotope, durchgerechnete Beispiele und ein interaktives Quiz zum Üben.
Woraus besteht ein Atom
Das Atom ist das kleinste Teilchen eines chemischen Elements, das dessen Eigenschaften behält. Sein Aufbau ist einfacher, als man denkt — es gibt nur zwei „Bauteile“:
- Der Kern ist das Zentrum des Atoms. In ihm wohnen zwei Arten von Teilchen: die positiven Protonen und die neutralen Neutronen. Der Kern ist unvorstellbar klein — etwa 100 000-mal kleiner als das ganze Atom —, doch in ihm stecken mehr als 99,9 % der Masse.
- Die Elektronenhülle ist der gesamte übrige Raum des Atoms, in dem sich die leichten, negativen Elektronen um den Kern bewegen.
Vergrößerte man ein Atom auf die Größe eines Stadions, wäre der Kern eine Erbse in der Mitte des Spielfelds — alles andere ist die „fast leere“ Elektronenhülle.
Protonen, Neutronen und Elektronen: die drei Teilchen des Atoms
Alle Atome des Universums sind aus nur drei Teilchenarten aufgebaut — nur ihre Anzahl unterscheidet sich. Am besten vergleicht man die Teilchen anhand von drei Merkmalen: Ladung, Masse und „Wohnort“.
Proton und Neutron haben fast die gleiche Masse — jeweils etwa 1 u (atomare Masseneinheit). Das Elektron ist rund 1836-mal leichter, deshalb wird seine Masse beim Rechnen vernachlässigt. Die Ladungen von Proton und Elektron sind dagegen betragsgleich und entgegengesetzt: Solange ein Atom genauso viele Protonen wie Elektronen hat, ist es elektrisch neutral.
Formeln des Atoms: Z, A und die Neutronenzahl
Die Zusammensetzung jedes Atoms wird durch zwei Zahlen beschrieben:
- Die Ordnungszahl Z (Kernladungszahl) ist die Anzahl der Protonen im Kern. Sie ist zugleich die Nummer des Elements im Periodensystem: Nr. 1 ist Wasserstoff (1 Proton), Nr. 8 Sauerstoff (8 Protonen), Nr. 79 Gold (79 Protonen). Deshalb ist im Planetenmodell des Atoms die Zahl der Protonen im Kern gleich der Zahl der Elektronen: Das Atom ist neutral, auf jedes Proton kommt genau ein Elektron.
- Die Massenzahl A ist die Gesamtzahl der Teilchen im Kern: \(A = Z + N\), wobei N die Neutronenzahl ist. Daraus folgt die wichtigste Arbeitsformel für Schulaufgaben: \(N = A - Z\).
Die Zusammensetzung eines Atoms schreibt man so: \(^{A}_{Z}\text{X}\). Zum Beispiel ist \(^{35}_{17}\text{Cl}\) Chlor mit 17 Protonen und 35 − 17 = 18 Neutronen. Der Spickzettel unten fasst das ganze Verfahren in drei Zeilen zusammen.
Die Elektronenhülle: Schalen mit 2, 8, 18
Elektronen fliegen nicht wahllos um den Kern: Sie sitzen auf Energieniveaus (Schalen). Je weiter eine Schale vom Kern entfernt ist, desto mehr Elektronen fasst sie — das Maximum berechnet man mit der Formel \(2n^2\):
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- Schale — höchstens 2 Elektronen;
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- Schale — höchstens 8;
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- Schale — höchstens 18;
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- Schale — höchstens 32.
Die Schalen werden der Reihe nach gefüllt, von innen nach außen. Beim Sauerstoff (Z = 8) verteilen sich die Elektronen zum Beispiel als 2, 6; beim Natrium (Z = 11) als 2, 8, 1; beim Chlor (Z = 17) als 2, 8, 7. Die Elektronen der äußersten Schale heißen Valenzelektronen — sie nehmen an chemischen Reaktionen teil und bestimmen die Eigenschaften des Elements.
Auch die Zahl der Schalen verrät das Periodensystem: Sie entspricht der Nummer der Periode, in der das Element steht. In höheren Klassenstufen werden die Schalen zusätzlich in die Unterniveaus s, p, d, f unterteilt, und man schreibt Elektronenkonfigurationen — beim Sauerstoff etwa 1s²2s²2p⁴.
Isotope: ein Element — verschiedene Atome
Die Protonenzahl eines Elements lässt sich nicht ändern: Füge dem Kern ein Proton hinzu — und es entsteht ein anderes Element. Die Zahl der Neutronen kann dagegen variieren. Isotope sind Atome desselben Elements mit gleichem Z, aber unterschiedlicher Neutronenzahl — und damit unterschiedlicher Massenzahl A.
Das klassische Beispiel ist Wasserstoff mit seinen drei Isotopen: Protium \(^{1}_{1}\text{H}\) (ganz ohne Neutronen), Deuterium \(^{2}_{1}\text{H}\) (1 Neutron) und Tritium \(^{3}_{1}\text{H}\) (2 Neutronen). Chemisch sind Isotope kaum zu unterscheiden: In Reaktionen spielen die Elektronen die Hauptrolle, und davon haben Isotope gleich viele.
Gerade wegen der Isotope sind die Atommassen im Periodensystem Kommazahlen: Sie sind der gewichtete Mittelwert über alle natürlichen Isotope des Elements. Beim Chlor etwa 35,45 — weil natürliches Chlor ein Gemisch aus Chlor-35 und Chlor-37 ist.
Atommodelle: vom „unteilbaren Teilchen“ zum Planetenmodell
Das Wort „Atom“ stammt vom griechischen atomos — „unteilbar“: So stellte es sich schon Demokrit vor, und Anfang des 19. Jahrhunderts baute John Dalton auf der Idee des unteilbaren Atoms die erste wissenschaftliche Theorie auf. Doch die Entdeckungen um die Wende zum 20. Jahrhundert zeigten: Das Atom hat einen inneren Aufbau.
- 1897 — Thomsons Modell („Rosinenkuchenmodell“). J. J. Thomson entdeckte das Elektron und vermutete, die Elektronen steckten in einer positiv geladenen „Masse“ wie Rosinen im Kuchen.
- 1911 — Rutherfords Planetenmodell. Beim Beschuss einer Goldfolie mit Alphateilchen entdeckte Ernest Rutherford, dass fast die gesamte Masse und die gesamte positive Ladung in einem winzigen Kern zusammengedrängt sind, während die Elektronen ihn umkreisen wie Planeten die Sonne.
- 1913 — Bohrs Modell. Niels Bohr präzisierte: Elektronen bewegen sich nicht auf beliebigen, sondern auf streng festgelegten Bahnen mit fester Energie — so entstanden die Energieniveaus.
- 1920er — das quantenmechanische Modell. Die moderne Physik beschreibt das Elektron nicht als Kügelchen auf einer Bahn, sondern als Elektronenwolke — einen Raumbereich, in dem das Elektron mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit anzutreffen ist.
Das Planetenmodell mit Schalen (wie im Schema oben) benutzt die Schulchemie bis heute: Zum Zählen der Teilchen und Verteilen der Elektronen reicht seine Genauigkeit völlig aus.
Beispiele: Ein Atom mit dem Periodensystem zerlegen
Beispiel 1. Vollständige Analyse des Chloratoms
Aufgabe. Bestimme die Zusammensetzung des Chloratoms und verteile die Elektronen auf die Schalen. Im Periodensystem: Chlor Cl ist Element Nr. 17, Atommasse 35,45.
Schritt 1. Ordnungszahl Z = 17 → im Kern sind 17 Protonen.
Schritt 2. Das Atom ist neutral → genauso viele Elektronen: 17 Elektronen.
Schritt 3. Die Massenzahl ist die gerundete Atommasse: A = 35. Neutronen: \(N = A - Z = 35 - 17 = 18\).
Schritt 4. Wir verteilen die 17 Elektronen von innen nach außen: 2, dann 8, Rest 7 → 2, 8, 7. Auf der äußersten Schale sitzen 7 Valenzelektronen — sie bestimmen die chemischen Eigenschaften des Chlors.
Antwort: 17 p⁺, 18 n⁰, 17 e⁻; Elektronenschalen: 2, 8, 7.
Beispiel 2. Wie viele Neutronen hat Uran-235
Aufgabe. Wie viele Neutronen sind im Kern des Uranisotops \(^{235}_{92}\text{U}\)?
Schritt 1. Wir lesen die Schreibweise: Die untere Zahl ist die Ordnungszahl, Z = 92 (Protonen); die obere ist die Massenzahl, A = 235.
Schritt 2. Wir rechnen: \(N = A - Z = 235 - 92 = 143\).
Antwort: 143 Neutronen. Beachte: Natürliches Uran enthält auch das Isotop \(^{238}_{92}\text{U}\) — dieselben 92 Protonen, aber 146 Neutronen.
Beispiel 3. Das Element an seinen Elektronen erkennen
Aufgabe. Die Elektronen eines Atoms sind so auf die Schalen verteilt: 2, 8, 1. Welches Element ist das?
Schritt 1. Wir zählen die Elektronen: 2 + 8 + 1 = 11.
Schritt 2. Im neutralen Atom gibt es genauso viele Elektronen wie Protonen → Z = 11.
Schritt 3. Blick ins Periodensystem: Element Nr. 11 ist Natrium Na.
Antwort: Natrium. Nebenbei sieht man, warum es so reaktiv ist: Auf der äußersten Schale sitzt nur ein Elektron, und Natrium gibt es leicht ab.
Häufige Fehler bei Aufgaben zum Atombau
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Atommasse und Massenzahl verwechseln: In die Formel N = A − Z wird die Kommazahl aus der Tabelle eingesetzt (z. B. 35,45 beim Chlor).
Die Massenzahl A ist immer ganzzahlig: Sie ist die Anzahl der Teilchen (Protonen und Neutronen) in einem konkreten Atom. Für Aufgaben rundet man die Atommasse aus der Tabelle auf eine ganze Zahl: Beim Chlor ist A = 35, also N = 35 − 17 = 18.
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Annehmen, die Ordnungszahl des Elements sei die Gesamtzahl aller Teilchen des Atoms.
Die Ordnungszahl Z ist nur die Zahl der Protonen (und der Elektronen im neutralen Atom). Die Neutronen gehören nicht zu Z: Man findet sie separat mit der Formel N = A − Z.
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Die Elektronen in den Kern setzen: „Das Atom besteht aus Protonen, Neutronen und Elektronen, die sich im Kern befinden.“
Im Kern sind nur Protonen und Neutronen. Die Elektronen bewegen sich um den Kern in der Elektronenhülle — in Abständen, die zehntausendfach größer sind als der Kern selbst.
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Bei einem Ion die Elektronen nach der Ordnungszahl zählen: Na⁺ habe „11 Elektronen“.
Z liefert die Elektronenzahl nur für das neutrale Atom. Ein Ion ist geladen: Na⁺ hat ein Elektron abgegeben — es bleiben 10; Cl⁻ hat eines aufgenommen — es sind 18. Die Zahl der Protonen ändert sich dabei nicht.
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Die Schalen gleichmäßig oder beliebig füllen: Beim Chlor wird z. B. 8, 8, 1 geschrieben.
Die Schalen werden streng von innen nach außen gefüllt: erst die erste (höchstens 2 Elektronen), dann die zweite (8), dann die dritte. Bei den 17 Elektronen des Chlors ist richtig: 2, 8, 7.
Fragen und Antworten
Woraus besteht ein Atom? Kurz gefasst
Ein Atom besteht aus einem Kern und einer Elektronenhülle. Der Kern besteht aus Protonen (Ladung +1) und Neutronen (ohne Ladung), die Hülle aus Elektronen (Ladung −1). Die Zahl der Protonen entspricht der Ordnungszahl des Elements im Periodensystem.
Warum nennt man das Atom ein unteilbares Teilchen, wenn es sich doch teilen lässt?
Der Name stammt vom altgriechischen atomos — „unzerschneidbar“: Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt das Atom als einfachster „Baustein“ der Materie. Dann wurden das Elektron und der Kern entdeckt. In chemischen Reaktionen wird das Atom aber tatsächlich nicht geteilt — nur die Elektronenhüllen ordnen sich um. Für die Chemie ist es daher nach wie vor das kleinste Teilchen eines Elements.
Stimmt es, dass ein Atom aus Protonen und Neutronen besteht?
Nur zur Hälfte: Protonen und Neutronen bilden den Kern. Die vollständige Zusammensetzung des Atoms ist der Kern (Protonen + Neutronen) plus die Elektronen, die sich um den Kern bewegen und die Elektronenhülle bilden.
Warum ist im Planetenmodell des Atoms die Zahl der Protonen im Kern gleich der Zahl der Elektronen?
Weil das Atom als Ganzes elektrisch neutral ist: Die positive Ladung des Kerns (+Z von den Protonen) muss vollständig durch die negative Ladung der Elektronen (−Z) ausgeglichen werden. Verliert oder gewinnt ein Atom ein Elektron, ist das Gleichgewicht gestört — es entsteht ein geladenes Teilchen, ein Ion.
Wie finde ich die Zahl der Protonen, Neutronen und Elektronen mit dem Periodensystem?
Die Protonen entsprechen der Ordnungszahl Z des Elements. Ein neutrales Atom hat genauso viele Elektronen. Für die Neutronen rundet man die Atommasse auf eine ganze Zahl (das ist die Massenzahl A) und zieht die Ordnungszahl ab: N = A − Z. Beispiel Eisen, Nr. 26 mit Masse 56: 26 Protonen, 26 Elektronen und 56 − 26 = 30 Neutronen.
Warum ist die Atommasse im Periodensystem eine Kommazahl?
Weil sie der Durchschnitt über alle natürlichen Isotope des Elements ist, gewichtet nach deren Häufigkeit. Jedes einzelne Atom hat eine ganzzahlige Massenzahl (35 oder 37 beim Chlor), aber der Mittelwert über das Isotopengemisch wird zur Kommazahl — 35,45.